Die Antragsfrist für den Gemeinsamen Antrag 2022 sowie für die Weidetierprämie (Schafe und Ziegen) endet am 15. Mai 2022. Es wird empfohlen, den Antrag jetzt schnellstmöglich zu stellen (sofern noch nicht geschehen), damit bereits eine erste Vollständigkeits- und Plausibilitätsprüfung durch die Bewilligungsstelle erfolgen und im Zweifelsfall noch entsprechend reagiert werden kann. Die Beantragung der Weidetierprämie ist in diesem Jahr nach wie vor nur für Schafe und Ziegen möglich. Sofern sich im Rahmen der Antragstellung Probleme oder Schwierigkeiten ergeben, stehen die Kolleginnen und Kollegen des Sachgebietes Förderung weiterhin telefonisch zur Verfügung (06621/87-2226, -2228, -2222, -2230, -2255, -2221).

Viele Wi-Getreidebestände befinden sich im Schossen. Auch geringe Niederschläge und die Wirkung der zweiten N-Gabe, sorgen für zügige Entwicklung. Wurde noch kein Wachstumsregler eingesetzt, sollte dies zeitnah nachgeholt werden. Am dringlichsten ist die Einkürzung in der Gerste und im Roggen, gefolgt von Triticale u. Früh- bzw. Normalsaaten im Weizen. Spät gesäter Weizen ist noch in der Bestockung - dort kann CCC noch ohne Mischpartner eingesetzt werden. Bis auf einzelne Infektionen mit Zwergrost, Blatt- und Netzflecken in der Wintergerste sind die Getreidebestände meist gesund; eine Tankmischung aus Fungizid und Wachstumsregler ist daher nur in Einzelfällen sinnvoll. Im Weizen und Triticale auf Gelbrost achten! Der Zuflug von Rapsglanzkäfern war in den Tagen nach Ostern moderat; vor dem Hintergrund, dass in den Beständen zunehmend Blüten aufgehen, ist eine Behandlung in dieser Phase nicht mehr nötig. In Erbsen und Bohnen haben Wildschweine in den vergangenen Tagen ganze Äcker komplett rumgedreht; dennoch spitzen die Leguminosen jetzt nach und nach – Bestände nicht vorschnell abschreiben. Schäden auf jeden Fall melden und sich mit den Jagdpächtern über die Situation austauschen (Ausdünnung, Spätverunkrautung etc.) Bereits in gerade aufgelaufenen Beständen ist der typische Buchtenfraß des Blattrandkäfers zu sehen. Pflanzen werden dort regelrecht zurückgefressen - Schadschwelle: >50% geschädigte Pflanzen. Sachkundegrundlehrgänge in Fritzlar und am Eichhof: noch sind einige Plätze frei. Bei Interesse zeitnah melden. (Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736)

Aktuelles aus der Landwirtschaft . . .

 Pflanzenbau: Prognosen und Empfehlungen

Hinweise zur Blütenbehandlung im Raps

Trotz des kalten Wetters der letzten Wochen haben sich die Rapsbestände kontinuierlich weiterentwickelt, bis zur Blüte ist es aber dennoch ein paar Tage hin. Dann stellt sich die Frage nach der Blütenbehandlung – muss sie gefahren werden, oder nicht? Entscheidend für Infektionen mit Sclerotinia/Weißstängeligkeit ist die Witterung: optimale Infektionsbedingungen für den Pilz sind bei Temperaturen von über 20°C und vorhandenen Apothezien/ Fruchtkörpern gegeben; diese keimen bei feuchten Bodenverhältnissen ab einer Bodentemperatur von 7 – 15°C. Unmittelbare Niederschläge sind nicht erforderlich – Tau am Morgen bzw. in der Nacht reichen aus! Trotz dieses Wissens: das Auftreten der Krankheit kann nicht sicher prognostiziert werden! Gefährdet ist Raps während der Blüte. In engen Rapsfruchtfolgen bzw. bei einem hohen Anteil Wirtspflanzen in der Fruchtfolge (Erbsen, Kartoffel) besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Die Vollblüte, 50 % der Blüten sind geöffnet, ist der optimale Termin für die Behandlung. Fungizide möglichst nah an diesem Termin platzieren (nur geringe Kurativleistung der Fungizide). TM mit Insektiziden sind zu diesem Termin i.d.R. nicht mehr notwendig! – ist dennoch eine TM nötig, unbedingt die B-Klasse beachten! Grundsätzlich abends behandeln (Pflanzen sind zu diesem Zeitpunkt elastischer), 4-5 km/h fahren und mind. 300 l/ha Wasser aufwenden. Landwirte und ortsansässige Imkern sollten im Vorfeld miteinander sprechen! Pflanzenschutzspritze vor Behandlungen im Raps sorgfältig reinigen. LLH HEF/FD, Karl-Heinrich Claus; 0160 90725736

Hinweis:

Weitere aktuelle Hinweise für die Landwirtschaft der hiesigen Region sind im Internet unter www.aglw.de zu finden.

Maisaussaat 2022
Nach dem Kälteeinbruch in der 13. KW werden die Temperaturen frühlingshafter. Die Niederschläge der letzten Tage sind Gold wert. Momentan liegen die Bodentemperaturen in 5 cm bei 5°C (07.04.). Vor dem Hintergrund der Düngepreise kann der Mais seinen Vorteil durch die bessere Ausnutzung der Mineralisation im Jahresverlauf perfekt ausspielen. Gestützt durch regionale Praxisversuche der AGLW ist eine N-Düngung von 0,75 kg N/dt TM-Zielertrag ausreichend (ca. 120 kg N bei 450 dt FM/ha). Im Gegensatz zur DüV hat sich gezeigt, dass der aufgenommene Stickstoff von Zwischenfrüchten mit 100% zu berücksichtigen ist (Herbst 21: schlechte Bestände 20 kg N, gute Bestände bis 120 kg N). Der S-Bedarf liegt bei 15-20 kg/ha. Auf ausreichend P-versorgten Böden sowie beim Einsatz von Wirtschaftsdüngern kann auf P-UF-Düngung verzichtet werden.

Mikronährstoffdüngung
Um die Ausnutzung des Stickstoffdüngers zu verbessern ist eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen von Vorteil. Mangan begünstigt die Photosynthese und steigert die Trockentoleranz: Im Raps 200 g Mn/ha bis zur Blüte, im Getreide 250-500 g Mn/ha (BBCH 32-37). Eine zusätzliche Mangangabe zum Ähren- bzw. Rispenschwellen (BBCH 37-43) fördert TKG und Proteinbildung. Bor fördert die Wurzelbildung und Befruchtung: Raps 300 g B/ha, Getreide 75-100 g B/ha (50 g BBCH 30-37, 50 g bis BBCH 60). Kupfer ist zellwandstabilisierend und erhöht so die Standfestigkeit im Getreide (100-250 g Cu/ha bis BBCH 32). Kupfer und Zink (150-200g Zn/ha) haben zudem eine positive Wirkung auf die Ähren- und Proteinbildung (ab BBCH 37), da gerade Kupfer das Pollenschlauchwachstum fördert.


Ph. Pfister, AGLW, Tel.: 06623933207

Schossergabe Getreide
Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sowie die hohe Sonneneinstrahlung in Verbindung mit einsetzendem Trockenstress haben den Pflanzen in den letzten Wochen etwas zugesetzt. Die nun erhofften Niederschläge sollten die Lage etwas entspannen sofern die Temperaturen in absehbarer Zeit wieder nach oben klettern. Dann ist ein Wachstumsschub zu erwarten. In Anbetracht der Düngersituation ist es ratsam die Düngung etwas zu schieben und so die Triebreduktion abzuwarten (2. Gabe ab BBCH 32). Ziel sollte es sein die Kornzahl je Ähre zu fördern und ein Konkurrenzdruck mit unproduktiven Nebentrieben zu vermeiden (auch mit Hinblick auf das Hektolitergewicht), vor allem dann, wenn die Düngerkapazitäten limitiert sind. Zudem sollte jetzt spätestens S gedüngt werden (WG 15-20 und WW 20-25 kg S/ha).
Ph. Pfister, AGLW, 06623-933420

Hinweise zur allgemeinen Situation
Wi-Getreide: Herbizide + Wachstumsregler in Weizen, Roggen und Triticale erst bei wüchsiger und warmer Witterung einsetzen. Zum Übergang in die Schossphase die Anschlussdüngung im Blick haben (DBE berücksichtigen). Leguminosen: kurz vor dem Auflaufen muss, sofern Unkrautbekämpfung mechanisch erfolgen soll, blind gestriegelt werden; dabei müssen Keimlinge mind. noch 1-2 cm unter der Bodenoberfläche sein, sonst erst wieder im NA. Kartoffeln: vorgesehene Flächen können mittels an mehreren Stellen vergrabener Köder (Kartoffelhälften) nach 10-14 Tagen auf Drahtwurm kontrolliert werden. Raps: bei der für diese Woche vorausgesagten unbeständigen Witterung ist nicht mit Zuflug von Stängel – u. Rapsglanzkäfern zu rechnen; Gelbschalen dennoch kontrollieren.
Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736