Startdüngung 2022

Die hohen Düngepreise und die Sorge der Verfügbarkeit treiben viele Betriebe um. Eine Düngung auf höchstem Niveau, dürfte nicht flächendeckend zu erwarten sein. Doch der Grenzertrag ist gerade im unteren Bereich der Düngung am größten, sodass nicht gänzlich auf Dünger verzichtet werden sollte. In Versuchen der AGLW der letzten Jahre liegt das Gewinnmaximum (im Mittel) bei Faktorkosten von 2,20 € je kg N (600 € je t KAS) und hohen Marktfruchtpreisen z.B. bei WW (210 €/t) bei einem Faktoreinsatz von 120 -140 kg N/ha (bei WW ohne Nmin). Die Bestände stehen gut dar, sodass eine niedrigere Andüngung ratsam ist (ca. 40 kg N/ha) und der Fokus auf der Schossergabe liegen sollte, um Konkurrenz durch Nebentriebe zu vermeiden und HL-Gewichte zu fördern. Auch auf eine ausgewogene Mikro- und Makronährstoffversorgung sollte geachtet werden.

Ph. Pfister; 06623/933420

Ungrasbekämpfung im Wintergetreide

Bis zum Beginn der Feldarbeiten ist es zwar noch einiges hin, dennoch sollten ausstehende Herbizidmaßnahmen, ggf. notwendige Nachbehandlungen im Wintergetreide jetzt geplant und dann früh umgesetzt werden! Bei Bodenherbiziden (u.a. Attribut (nur WW), CTU-Produkte (Unterstützung der Windhalmwirkung) neben der Bodenfeuchtigkeit auch die Größe der Ungräser beachten: bei mehr als 3 Blättern ist kein ausreichender Wirkungsgrad zu erwarten; genannte Produkte sind ab 5°C möglich. Blattaktive Mittel (Atlantis o. Broadway) unmittelbar nach Vegetationsbeginn, bei wüchsigen Bedingungen einsetzen. Trespen im WW: im Splitting 1. Attribut + AHL, ca. 8 Tage später Atlantis Flex + FHS; im Roggen u. Triticale: Broadway + FHS. Windhalm u. Ackerfuchsschwanz in Wintergerste: nur Axial 50 möglich; ab 4-5° C einsetzbar.

K.-H. Claus; 0160 90725736

Hinweis:

Weitere aktuelle Hinweise für die Landwirtschaft der hiesigen Region sind im Internet unter www.aglw.de zu finden.

 

 wetter 6.2

 

Maissorten nicht nur nach Konditionen des Frühbezuges auswählen! Ertrags- und Qualitätsunterschiede machen in der Fütterung schnell ein Vielfaches von Rabatten aus. Bei Milchkühen ist neben Gesamtertrag die Energiekonzentration u. der Anteil enzymlöslicher org. Substanz (ELOS) von großer Bedeutung. In stärkereiche Rationen passen eher Sorten mit sehr hoher Energiekonzentration u. geringem Stärkeanteil. Zur Biogaserzeugung sind alle guten Silomaissorten geeignet; der GTM-Ertrag/ha steht im Vordergrund; bei gleicher Leistung i. d. GTM sind Sorten mit hoher Energiekonzentration gefragt. Deshalb die neutralen Ergebnisse der LSV (llh.hessen.de) berücksichtigen!

Maisbeizen: fungizider Beizschutz sollte weiter Standard sein. Muss mit Schäden durch Vogelfraß gerechnet werden, über eine Beize auf Basis von Ziram nachdenken. Einziger Beizschutz mit Fokus auf den Drahtwurm ist Force 20 CS - nicht jede Sorte damit erhältlich! Als Zusatzbeizung werden oft Biostimulanzien angeboten. Effekte i.d.R. sehr schwankend. Präparate können z. Zt. weder Beizen ersetzen, noch ackerbauliche Fehler beheben. Wer Mittel einsetzen will sollte Teilflächen mit vergleichbarer Variante (identische Sorte ohne Zusatzbeize) anlegen um eigene Erfahrungen zu sammeln!

Neue Broschüre „Beratungsempfehlungen Frühjahr 2022“ kann für 15 € (+ 4 € Versand) bestellt werden. Bestellungen unter: https://llh.hessen.de/beratungsempfehlungen/ o. sprechen Sie uns an.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736

Hinweis:

Weitere aktuelle Hinweise für die Landwirtschaft der hiesigen Region sind im Internet unter www.aglw.de zu finden.

 

 Unbenannt

Am 15.01 endete die Sperrfrist für Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Kompost. Diese Dünger dürfen außerhalb der >>roten Gebiete wieder ausgebracht werden, wenn es die Bedingungen zulassen. Für alle anderen Düngemittel mit wesentlichen N-Gehalten, wie Gülle endet die Sperrfrist am 31.01.2022. Darüber hinaus gibt es ein Aufbringverbot, wenn der Boden überschwemmt, wassergesättigt, schneebedeckt oder gefroren ist. In der neuen >>Düngeverordnung vom 01.05.2020 ist der gefrorene Boden nicht mehr genauer definiert, somit ist es auch nicht mehr möglich Nachtfröste auszunutzen, um auf tragfähigem Boden Dünger auszubringen. Auf bestelltem Ackerland muss die Aufbringung streifenförmig oder direkt in den Boden erfolgen. Auf unbestelltem Ackerland ist eine unverzügliche Einarbeitung vorzunehmen (innerhalb 4 Stunden). R. Jacob FD Ländlicher Raum, 066621-872233

wetter3kw22

Die Ausnutzung der Wirtschaftsdünger im Jahr 2021 war sehr gut. Im Boden herrschten beste Bedingungen (ausreichend Feuchtigkeit und Wärme) bis zum Ende der Vegetation. Dies führte auch im Herbst zu einer weiteren Mineralisation. Vor Allem der Mais konnte davon profitieren, wohingegen Wintergetreide nach Wintergetreide tendenziell höhere Herbst-Nmin-Werte aufweisen. Durch moderate Niederschläge der letzten Wochen wird die Auswaschung auf mittleren und schweren Böden gering sein, sodass v.a. vor dem Hintergrund der Düngerpreise dieser Umstand positiv wirken kann. Eine Herbstdüngung wird zusätzlich in voller Höhe der Ausnutzung angerechnet (Rindergülle 60%, Schweinegülle 70%, Substrat flüssig 60% - fest 30%). Dies gilt auch für die Ausbringung von Festmist nach der Ernte 2021 (Ausnutzung 25 %). Ph. Pfister; AGLW; 06623/933420

Am 22. November 2021 war es endlich soweit: Nach vielen Vorbereitungstreffen und intensiven Gesprächen wurde der Landschaftspflegeverband Hersfeld-Rotenburg e. V. gegründet. Ein Landschaftspflegeverband (LPV) ist ein Verein, in dem jeweils zu einem Drittel Landwirtschaft, Kommunen und Naturschutz zusammenarbeiten. Von der Arbeit des Vereins profitieren dabei direkt die Landwirtinnen und Landwirte. Denn die Umsetzung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege erfolgen über den Verein in enger Abstimmung mit der Landwirtschaft. Die landwirtschaftlichen Betriebe können ihr fachliches Wissen und ihre Arbeitsleistung mit eigenen Maschinen und/oder Nutztieren direkt einbringen. So können z. B. Kompensationsmaßnahmen für Bauprojekte und Gewerbegebiete viel zielgerichteter und flächenschonender umgesetzt werden. Ein weiterer Schwerpunkt des LPV sind Schulungen, gerade auch für landwirtschaftliche Themen wie u. a. die Anlage und Pflege von Blühstreifen. Von der Beratung des LPV profitieren auch Kommunen, die oft nicht das entsprechende Fachpersonal für landschaftspflegerische Themen vorhalten können. Zurzeit läuft das Eintragungsverfahrens in das Vereinsregister, nach erfolgreichem Abschluss können sich dann auch Privatpersonen beim Verein anmelden. Vorsitzender des LPV ist Herr Bürgermeister Preßmann. Frau Wetterau vom Regionalforum Hersfeld-Rotenburg ist zurzeit die Ansprechpartnerin für Fragen, doch noch in diesem Jahr soll die Geschäftsstelle besetzt werden. Es gibt Bundesländer wie Bayern, wo die LPVs schon seit Jahrzehnten flächendeckend vorkommen. Alle Beteiligten am LPV Hersfeld-Rotenburg hoffen, dass sich unsere Initiative ähnlich erfolgreich entwickelt.

Martina Schäfer, Fachdienst Ländlicher Raum, 06621 - 87 2200