Landrat fordert Überarbeitung der Weiterbildungsmöglichkeiten

AdelheidMerleFachärztinGute Nachrichten für die Gesundheitsversorgung des Landkreises: Die Medizinerin Adelheid Merle hat die anspruchsvolle Weiterbildung zur Fachärztin für Öffentliches Gesundheitswesen bestanden. Ebensolche kümmern sich um die bevölkerungsmedizinische Versorgung und sind in den Bereichen Prävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitsschutz tätig. Sie klären auf, beraten bezüglich Infektions- und Suchtkrankheiten, übernehmen Begutachtungen sowie Schuleingangsuntersuchungen und sind Ansprechpartner für Fragen zu Hygiene und Infektionsschutz.

Die fachärztliche Weiterbildung dauert 60 Monate und umfasst Abschnitte in der unmittelbaren Patientenversorgung, Psychiatrie und Psychotherapie sowie einen sechsmonatigen theoretischen Anteil an der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf. Die Facharztweiterbildung kann theoretisch jederzeit begonnen werden, sobald man die ärztliche Approbation hat.

„Insgesamt war das eine große Herausforderung für mich, der ich mich aber gerne gestellt habe“, sagt Adelheid Merle, jetzt ist sie sicher: „Der Aufwand hat sich gelohnt.“ Für die zu absolvierenden Kurse hat sie nach Feierabend neben dem normalen Job gepaukt. Überrascht war sie vom hohen Anteil rechtswissenschaftlicher Themen – „ich habe gefühlt ein halbes Jurastudium hinter mich gebracht“ sagt sie lachend. Die Beschäftigung im Öffentlichen Gesundheitsdienst hat die Medizinerin nie als Benachteiligung oder gar Notlösung empfunden. Im Gegenteil: „Ich kann hier meinen Fokus ganz bewusst auf die Gesundheit der Bevölkerung und deren Prävention legen. Wir arbeiten daran, Krankheiten vorzubeugen, statt sie später zu behandeln“, sagt sie. Vielen sei gar nicht bewusst, wie vielfältig die Arbeit im Gesundheitsamt ist.

Landrat Dr. Michael Koch gratulierte zur bestandenen Weiterbildung und sagt: „Viele Ärzte gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Es wird auch im Öffentlichen Gesundheitsdienst immer schwieriger, die Stellen mit qualifizierten Fachärzten neu zu besetzen. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit Frau Merle nun wieder eine qualifizierte Fachärztin haben.“

Koch appelliert an das Land, die Zulassungsvoraussetzungen und Rahmenbedingungen für die Weiterbildung zum Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen anzupassen. Er sagt: „Die Möglichkeiten zur Weiterbildung müssen dringend vereinfacht werden. 60 Monate Weiterbildung – davon sechs in Düsseldorf – sind für gestandene Fachärzte einfach zu viel.“ Als Fachärztin darf Adelheid Merle zukünftig auch selbst Nachwuchs ausbilden. Sie wünscht sich, angehenden fachärztlichen Kollegen die Begeisterung für ihren Beruf weitervermitteln zu können.

 

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