„Zukunftsperspektiven frühzeitig ausgestalten!“  - 700.000 Euro Fördermittel zur nachhaltigen Entwicklung in Hessen und Thüringen

Wie wird die Region nach dem langfristig zu erwartenden Ende des Kalibergbaus ab dem Jahr 2060 konkret aussehen? Dieser Frage haben sich die CDU-Landräte Dr. Michael Koch (Hersfeld-Rotenburg), Reinhard Krebs (Wartburgkreis) und Bernd Woide (Fulda) in den vergangenen Jahren mit Nachdruck gewidmet. Gemeinsam mit dem Regierungspräsidenten Hermann-Josef Klüber und Martin Ebeling, Leiter des K+S-Werks Werra, haben die Politiker jetzt ihre Zukunftspläne für das Kali-Revier formuliert. Eine tragende Rolle spielt hierbei eine Bundesförderung in Höhe von bis zu 700.000 Euro.

Dass die genannten Landkreise in Hessen und Thüringen stark von der Kali-Produktion geprägt sind, wird auf den ersten Blick deutlich. Nach Jahrzehnten des Bergbaus steht die Region aber in absehbarer Zeit vor einem existenziellen Strukturwandel. „Wir haben frühzeitig damit begonnen, einer langfristigen Negativ-Entwicklung vorzugreifen und sind die Ausgestaltung der Landkreise Hersfeld-Rotenburg, Wartburgkreis und Fulda konkret angegangen“, erklären die drei Landräte in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Ein wirtschaftlicher und sozialer Verfall der Region soll dringend vermieden werden. Weiter heißt es: „Die Kali-Industrie hat seit über 125 Jahren einen hohen Stellenwert für das länderübergreifende Kali-Revier. Gemeinsam setzen wir uns mit Nachdruck dafür ein, dass die Wirtschaftskraft inklusive tausender Arbeitsplätze in Hessen und Thüringen bestehen bleiben.“

Nur 12 Projekte in ganz Deutschland werden gefördert

Auf Initiative von Landrat Dr. Michael Koch wird durch das Regionalmanagement Nordhessen derzeit bereits die Entwicklungsstrategie „Zukunft Kaliregion“ erarbeitet. Finanzielle Mittel hierfür stehen aus dem Werra-Ulster-Weser-Fonds bereit. Aus dem Konzept ist nun das Folgeprojekt „Zukunft Kaliregion 2.0“ hervorgegangen: hierbei soll ab Mai 2021 landes- und landkreisübergreifend mit der Umsetzung verschiedener Leuchtturmprojekte begonnen werden, zum Beispiel der Schaffung moderner Arbeitsformen. Insgesamt steht eine Förderung von bis zu 700.000 Euro in Aussicht. Die Förderung entstammt dem Bundesprogramm „Aktive Regionalentwicklung“, bei dem insgesamt 12 Projekte gefördert werden. Die Planer sind im Januar darüber informiert worden, dass ihr Projekt für eine Förderung ausgewählt wurde.

 

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Im Beisein des Zukunftsbeauftragten des Landkreises Markus Holle hat Landrat Dr. Michael Koch jetzt den Förderantrag zum Projekt „Zukunft Kaliregion 2.0“ unterschrieben. Foto: Landkreis Hersfeld-Rotenburg

 

K+S-Werksleiter Martin Ebeling begrüßt die Vorhaben: „Es ist richtig, schon jetzt Grundlagen zu schaffen, um parallel zum weiterhin wichtigen Kalibergbau wirtschaftliche Wachstumsfelder zu stärken.“ Landrat Dr. Michael Koch ergänzt: „Unser Ziel ist, vor allem auch kleine und mittelständische Unternehmen zu unterstützen, um eine wirtschaftliche Vielfalt zu etablieren. Wir freuen uns, dass der Landkreis Hersfeld-Rotenburg den Förderantrag für die gesamte Region stellen darf und das Regionalmanagement Nordhessen uns in der Umsetzung unterstützen wird.“ Ein Fokus liegt hierbei auf den Kommunen Heringen, Hohenroda, Philippsthal und Neuhof (Hessen) sowie Unterbreitzbach, Vacha und Krayenberggemeinde (Thüringen) und den angrenzenden Kommunen.

Wirtschaftliche Perspektiven für die Region

André Bahn, Betriebsratsvorsitzender des Werks Werra, betont vor allem auch die Notwendigkeit der späteren Sicherung von guten und hochwertigen Arbeitsplätzen in der Region: „Der Kali-Bergbau hat die Region wirtschaftlich geprägt und bedeutet sichere Einkommen für viele Menschen. Wir wollen uns heute schon dafür einsetzen, dass die Region auch zukünftig eine wirtschaftliche Perspektive hat.“

Umgesetzt werden sollen Projekte, die das Potenzial besitzen, dem Strukturwandel langfristig zu begegnen. Die inhaltliche Abstimmung steht kurz vor dem Abschluss, im Gespräch sind derzeit die Schaffung eines interkommunalen Gewerbeparks und die Einrichtung sogenannter „Co-Working-Spaces“ im Zusammenhang mit Digitalen Arbeitswelten. Zudem soll die zugesagte Fördersumme zur Stärkung der Erinnerungskultur im ehemaligen deutsch-deutschen Grenzraum genutzt werden.

Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber sagt: „Unsere Zusammenarbeit für die Kali-Region basiert auf einer langfristigen Ausrichtung, mit dem Ziel, zukünftigen Herausforderungen zu begegnen. Hier sind wir auf einem sehr guten planerischen Weg.“