Digitale Angebote statt Präsenzunterricht: Landkreis reagiert auf steigende Infektionszahlen

Das Infektionsgeschehen auf Kreisebene lässt keine anderen Schlüsse zu: Statt Lockerungen kommen derzeit nur strikte, aber sinnvolle Maßnahmen infrage, um die Zahl der Corona-Neuinfektionen zu senken. Landrat Dr. Michael Koch und Anita Hofmann, Leiterin des Staatlichen Schulamts, haben deshalb nach ausführlichen Beratungen beschlossen, den Unterricht in allen Schulen vor Ort ab Mittwoch, 31. März auszusetzen. Hiervon betroffen sind nun auch die Abschlussklassen, die bislang weiter in Präsenz unterrichtet wurden. Sämtliche Schulformen und Jahrgänge sollen bis zu den Osterferien auf digital gestützten Distanzunterricht ausweichen. Eine Notbetreuung wird aufrechterhalten.

 

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Der Unterricht an den Schulen vor Ort wird ab Mittwoch, 31. März ausgesetzt. 


Anita Hofmann sagt: „Für die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen zählt kurz vor den schriftlichen Prüfungen jeder Tag Unterricht. Wir sind jedoch sicher, dass die Betroffenen angesichts der schwierigen Pandemielage in unserem Landkreis die Lerninhalte auch per Distanzunterricht erarbeiten können.“ Den Schülerinnen und Schülern Hersfeld-Rotenburgs sollen im hessenweiten Vergleich keine Nachteile entstehen, versprechen Koch und Hofmann. Nachdem in der vergangenen Woche bereits sämtliche Kitas und viele Schulen (für die Jahrgänge 1-6) geschlossen wurden, hat das Gesundheitsamt zuletzt einen Anstieg der Inzidenzwerte bei den 15-34-Jährigen festgestellt. Mit den Schulschließungen soll dieser Entwicklung entgegengewirkt werden. Im Falle schriftlicher Prüfungen sind Ausnahmen möglich.


Landkreis beschafft 1.000 Tests für Kita-Personal

Darüber hinaus sollen alle Erzieherinnen und Erzieher im Landkreis im Laufe dieser Woche die Möglichkeit erhalten, sich mithilfe eines Selbsttests zu testen. Hierfür beschafft der Landkreis rund 1.000 Selbsttests, die den Einrichtungen schnellstmöglich übergeben werden. Landrat Dr. Koch und Harald Preßmann, Sprecher aller Bürgermeister im Landkreis, teilen mit: „Wir bitten das Betreuungspersonal in den Kitas, sich zu überlegen, wie jede einzelne Person für ein Stück mehr Sicherheit in den einzelnen Einrichtungen sorgen kann. Die Selbsttests bieten hierfür eine gute Grundlage.“ Die beiden Politiker haben darüber hinaus ihren Appell an Eltern und Erziehungsberechtigte erneuert, die angebotene Notbetreuung in den Kitas nur im Notfall in Anspruch zu nehmen, wenn keine andere Lösung gefunden werden kann. Koch sagt: „Wir müssen in dieser Situation auch weiterhin unsere Kontakte auf ein Mindestmaß zurückfahren. Nur so können wir dem Virus erfolgreich begegnen.“

Eine nächtliche Ausgangssperre ist mit Stand von Montagmittag nicht geplant – aufgrund der noch immer kühlen Außentemperaturen in der Nacht und weil es keine Anhaltspunkte für Infektionsherde gibt, denen eine Ausgangssperre vorbeugen würde. „Weitere Anordnungen seitens des Landkreises wären daher derzeit nicht verhältnismäßig“, so Landrat Koch.